Disneyland Paris – immer eine Reise wert?

Wir haben es getan. Wir waren im Disneyland Paris. Zwei Erwachsene und vier Kinder und dementsprechend ganz viel gespartes Geld.
Die Kinder wünschten sich den Besuch schon lange. Ich auch. Als der Park vor 25 Jahren eröffnete, war ich elf und wollte so gerne hin. Viele Jahre lang habe ich immer wieder sehnsüchtig die Werbung im Fernsehen verfolgt und mir gesagt: „Irgendwann, ja irgendwann fahre ich da mal hin.“ Mit meinen Eltern diesen Trip zu machen, war nie eine Option. Beide reisen nicht gerne. Außerdem wären sie nie bereit gewesen für so wenig Urlaub so viel Geld hinzulegen. Also tröstete ich mich stets mit: „Irgendwann mal!“
Und „Irgendwann mal!“ war dann jetzt, die Tage nach Pfingsten.
Die große Tochter durfte wählen, ob sie als großes Konfirmationsgeschenk einen Musical-Besuch bei Mary Poppins, eine Reise ins Disneyland oder Bargeld haben mochte. Sie entschied sich für die Reise. So hatten wir alle was davon.
Und was soll ich sagen? Die Aufregung war groß, als wir am Pfingstmontag in Köln starteten. Durch Belgien nach Frankreich mit Pausen in unter sieben Stunden. Gute Fahrt.

Am Dienstag nach dem Frühstück dann mit dem Shuttlebus ins Disneyland. Ich hätte die Tickets vorab im Internet kaufen und zu Hause ausdrucken sollen. Das wäre um mehr als 100€ günstiger gewesen. Nächstes Mal sind wir schlauer. Ein Park, ein Tag für sechs (davon einer frei) über 360€ !!
Die Erwartungen waren entsprechend groß!
Ankunft am Disneyland um kurz Bach zehn. Erstes Anstehen an der Sicherheitskontrolle. Wie am Flughafen werden hier Taschen und Ruchsäcke durchleuchtet.
Auf dem Vorplatz Uniformierte mit Maschinengewehren! Ich zucke zusammen. Soll ja für Sicherheit sorgen, auf mich wirkt das aber auch abschreckend. Naja, weiter.
Noch mal ewig anstehen, um in den eigentlichen Park zu kommen. Da dann direkt am Eingang: ein Merchandise-Shop, was sonst? Wirkt auf jeden Fall: wir kaufen für die Mädchen zwei Minnie Maus -Haarreifen. Dann auf der Main Street die erste Parade: bunt, musikalisch, tänzerisch, fröhlich! Gefällt uns.

Mittlerweile ist es viertel vor zwölf.
Nach einer weiteren Parade auf dem Vorplatz zum großen Prinzessinnen-Schloss biegen wir links ins Frontierland. Das einzige Fahrgeschäft hier zeigt sagt ewige Wartezeiten voraus. Wir schauen uns am nächsten Merchandise-Shop um. Wir kaufen hier nichts und gehen weiter ins Adventureland. Auch das ist wunderschön, mit Liebe zum Detail, angelegt. Alles sorgfältig gepflegt, sauber, einfach schön! Nichts wirkt alt oder heruntergekommen! Das habe ich in Freizeitparks schon anders erlebt. Aber hier ist alles tipptopp.
Im Fantasyland stellen wir uns an der Dumbo-Bahn an, warten gute 30 Minuten, um dann knappe zwei Minuten zu fliegen. Langes Warten für ziemlich kurzes Vergnügen. Dann gehen wir weiter zum Pferde-Karussell. Wir warten wieder! Gegenüber wartet die Pinocchio-Bahn. Wieder warten wir eine halbe Ewigkeit, um dann im Eilverfahren durch die Welt Pinocchios zu fahren. Wer an dieser Bahn anstehen muss, sollte sich wirklich überlegen, ob er hier warten will. Es lohnt nicht!
So geht es weiter. Langes Anstehen! Sehr langes Anstehen.
Wir machen erstmal unser Mittagspicknick. Wohlweislich habe ich Sandwiches eingepackt. Das Essen im Park ist nämlich unverhältnismäßig teuer, wie wir am Abend noch feststellen werden.
Während der kleine Sohn einen umfangreichen Mittagsschlaf auf meinem Arm macht, stellen sich der Mann und die Kinder dann doch an der Attraktion im Frontierland an. Nach mehr als einer halben Stunde Anstehen werden sie weggeschickt, weil es donnert.
Verschenkte Zeit! Die Gemüter sind etwas erzürnt und enttäuscht. Wir packen den kleinen Sohn, der immer noch schläft, in den Bollerwagen – der sich übrigens als äußerst lästig entpuppt – und machen uns wieder als Familie auf den Weg.

Am Abend wird es leerer. Wir schlendern noch einmal durch alle Bereiche und stellen fest, dass die Kinder nun auch auf die Geräte können, die am Tag so schrecklich voll waren. Die Wartezeit ist gleich Null und die Kinder fahren direkt noch einmal.
Die Stimmung ist wieder im grünen Bereich.
Um kurz vor 23 Uhr finden wir uns auf dem großen Platz ein, um die Lichtshow am Prinzessinenschloss miterleben zu können. Diese Show ist ein wunderschöner Abschluss des Tages.

Die kleine Tochter schläft im Bollerwagen ein und wacht erst am nächsten Morgen im Hotelbett wieder auf.

Der kleine Sohn schläft auf dem Weg zum Shuttlebus in Papas Armen ein. Im Bus steht leider niemand auf, und so hält der Mann sich mit einer Hand über Kopf an der Haltestange fest, während er auf dem anderen das schlafende Kind „balanciert“!
Dazu kann ich nur sagen: „In London wäre sofort jemand aufgestanden!“
Zurück im Hotel fallen wir einfach in unsere Betten.
Unser Fazit: unsere Erwartungen an die Größe des Parks und die Anzahl sowie Größe der Fahrgeschäfte wurden nicht erfüllt. Wenn man in der Werbung immer das überdimensionale Disneyschloss sieht, stellt man sich alle weiteren Attraktionen ebenfalls so überdimensional und pompös vor. Diesen Vorstellungen wird der Park nicht gerecht.
Die Paraden hingegen sind so wunderschön!!! So voller Musik, Tanz, Freude, Leichtigkeit und Unbeschwertheit!
Und auch die Liebe zum Detail bei den angelegten Landschaften, die Sauberkeit und die stete gute Laune der Mitarbeiter sind besonders hervorzuheben.

Das Disneyland Paris ist für uns abschließend kein Ziel, das wir jährlich aufsuchen werden. Wir waren da, vieles hat uns sehr gut gefallen und irgendwann kommen wir vielleicht nochmal wieder, damit auch der kleine Sohn sich erinnern kann, aber nicht so bald.

Die Kinder haben schon Edinburgh als nächstes Wunschziel angemeldet. Mal sehen…

Gruß
Mamavonvieren

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